Entscheidungsphasen


Entscheidungsphasen
1. Begriff: Theoretisches Konzept zur Systematisierung der in  Entscheidungsprozessen ablaufenden Einzeltätigkeiten, d.h. des Prozesses der bewussten Informationssammlung, -verarbeitung und -übertragung.
- 2. Phasen: a) Willensbildung: (1) Anregungsphase: Alle Aktivitäten, die zum Erkennen einer Entscheidungsnotwendigkeit und zum Start eines Entscheidungsprozesses führen (Auslöser). (2) Informationsbeschaffungsphase bzw. Suchphase: Einzeltätigkeiten, die dem Auffinden geeigneter Alternativen ( Aktionen) und relevanter  Umweltzustände dienen. In der Phase der Alternativbewertung (Teilphase) wird das  Entscheidungsfeld vervollständigt. (3) Optimierungsphase bzw. Auswahlphase: Auswahl einer Alternative unter Berücksichtigung der Beschränkungen ( Entscheidung,  Entschluss).
- b) Willensdurchsetzung: Realisation (Phase der Realisierung) der als Resultat der Willensbildung gefällten Entscheidung.
- c) Alle Vorgänge im Rahmen einer E. bedürfen einer laufenden Überwachung, so dass der laufende Prozess von Willensbildung und -durchsetzung von der Kontrollphase überlagert wird. Abweichungen zwischen Plan- und Kontrollwerten fließen als Revisionsinformationen zurück zum Entscheidungsträger, für den sie Anregungsinformationen darstellen. Sie führen zu Anpassungsmaßnahmen und lösen neue Entscheidungen aus, so dass die E. damit einen neuen Anfang nimmt (die Kontrollphase geht in die Anregungsphase über).
- Der gesamte Entscheidungsprozess erfolgt also im Rahmen eines permanenten Feedbacks der Plan- und Kontrollwerte und stellt so ein kybernetisches System dar.
- 3. Anwendbarkeit: Empirische Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Phasengliederung nicht im Sinn einer strengen zeitlichen Reihenfolge interpretierbar ist; so sind bes. Entschlusstätigkeiten nicht auf die Auswahlphase beschränkt, sie treten auch in allen anderen Entscheidungsphasen auf.
- Vgl. auch  Entscheidungstheorie.

Lexikon der Economics. 2013.

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  • Anregungsphase — erste Entscheidungsphase (⇡ Entscheidungsphasen); beinhaltet Erkennen und Abgrenzen des Problems. Ablauf: Die A. beginnt mit der Kenntnisnahme von Anregungs oder stimulierenden Signalen, die einen Impulscharakter haben (⇡ stimulierende… …   Lexikon der Economics

  • Auswahlphase — Optimierungsphase, Entscheidungsphase (⇡ Entscheidungsphasen), mit der der Prozess der Willensbildung abgeschlossen wird. Ablauf: Innerhalb der A. sind die im Rahmen der Beschränkungen zulässigen Alternativen in eine Rangordnung zu bringen. Das… …   Lexikon der Economics

  • Entscheidung — I. Entscheidungstheorie:1. Begriff: Auswahl einer ⇡ Aktion aus einer Menge verfügbarer Maßnahmen unter Berücksichtigung möglicher ⇡ Umweltzustände mit Willensakzent: E. = Willenbildung + Entschluss (unverbindliche gedankliche Alternativen Wahlen… …   Lexikon der Economics

  • Entscheidungsprozess — 1. Bezeichnung für ⇡ mehrstufige Entscheidungen. 2. Bezeichnung für den geistigen Arbeitsablauf eines Wahlakts (⇡ Entscheidung). Der E. beginnt mit dem Erkennen der Notwendigkeit irgendeiner Entscheidung (Anregungsinformationen); es folgt eine… …   Lexikon der Economics

  • Entschluss — 1. Begriff: Abschließender Wahlakt eines ⇡ Entscheidungsprozesses, der Ausdruck des Ergebnisses einer ⇡ Entscheidung ist. 2. Abgrenzung: Der Begriff Entscheidung bezieht sich auf den gesamten Problemlösungsprozess. Vgl. auch ⇡ Entscheidungsphasen …   Lexikon der Economics

  • Suchphase — Informationsbeschaffungsphase; Entscheidungsphase (⇡ Entscheidungsphasen), die zum eigentlichen Prozess der Willensbildung führt. Ablauf: In der S. werden die möglichen Handlungsalternativen und deren zu erwartende Konsequenzen erfasst, um die… …   Lexikon der Economics


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